Interessanter und bislang nicht bekannt ist der erhöhte Spritkonsum durch E10. Hinweise auf einen Mehrverbrauch sind an den Tankstellen und in den Informationen der Mineralölfirmen nicht zu finden. Auch der Blick in die Ministeriums-Broschüre hilft nicht weiter. Wollen Industrie und Politik und was verheimlichen? Der ADAC geht von 1,5 bis drei Prozent Verbrauchssteigerung aus – theoretisch. Doch wie sieht das in der Praxis aus? Um das herauszufinden, hat AUTO BILD drei unterschiedliche Versuchsfahrten mit einem VW Golf 1.4 TSI absolviert. Das Ergebnis ist eindeutig – und ein Schock: Der Verbrauch steigt. Und zwar erheblich. So schluckt der Golf (Turbomotor, 122 PS) bei Vollgas mindestens 1,2 Liter mehr im E10-Betrieb als mit konventionellem Superbenzin (95 Oktan). Auch in der Stadt und auf Landstraßen steigt der Spritdurst beim Einsatz des Bio-Benzins um rund fünf Prozent. Bei Konstantfahrt mit Tempo 140 km/h erhöht sich der Verbrauch ebenfalls um drei Prozent.
Grund für den Mehrverbrauch ist der schlechtere Heizwert des Öko-Sprits. Er gibt an, wie viel Energie sich aus jedem Gramm Kraftstoff herauskitzeln lässt. Benzin hat hier physikalische Vorteile und verbrennt über 30 Prozent effizienter als Ethanol. Konsequenz: Mit E10 muss der Fahrer für die gleichen Fahrleistungen mehr Gas geben und damit mehr Sprit durch die Einspritzdüsen jagen. Und das schlägt sich direkt auf die Betriebskosten nieder. Geht man von einem durchschnittlichen Mehrverbrauch von 0,6 Litern pro 100 Kilometer bei einer Jahresfahrleistung von 20.000 Kilometern aus, verteuern sich bei einem Golf die Kraftstoffkosten um 176 Euro pro Jahr. Also weiter Super 95 tanken? Das geht zwar dank Bestandsschutz, doch mit der E10-Einführung steigt leider der Preis für das bislang übliche Super um fünf bis zehn Cent pro Liter, kostet damit jetzt vielerorts so viel wie Super plus mit 98 Oktan.
Quelle: Autobild






















